Die hier eingebundene Online-Seekarte von Navionics kann interaktiv zur Planung von Törns verwendet werden. Sie ist auf den Liegeplatz der FREE in Heeg zentriert.

Hinweis: die Betonnung sw-lich von Stavoren, am Vrouwezand und der Steile Bank bei Lemmer wurde geändert und ist auf den Papierkarten noch nicht richtig dargestellt. Die Navionics-Karte ist aber bereits aktualisiert.

seekarte navionics

Rund um Heeg mit der FREE

Heeg und Heegermeer

Unsere FREE liegt in Heeg, mitten im niederländischen Friesland. Diesen Ort haben wir bewusst ausgesucht, liegt er doch ganz zentral für eine Vielzahl von Segelaktivitäten.

Das Heegermeer mit dem angrenzenden See Fluessen wird nach ein paar hundert Metern westwärts auf dem Johan Frisokanaal erreicht. Hier kann man sich mit der FREE und ihren Segeleigenschaften vertraut machen. Bei vorherrschendem Südwest-Winden findet die Kreuz auf dem Hinweg statt und der Rückweg ist raumschots ganz entspannt. Der Tiefgang der FREE erlaubt es an fast allen Stellen, auch dicht an die Ufer heranzufahren. Aber bitte vorab mit der aktuellen Karte „B Friesland/Fryslân“ die untiefen Stellen erkunden. Insbesondere nahe der Inseln und einiger Hucks ist es untief. Die Ansteuerung der Langehoekspolle ging 2015 gerade noch gut. Das Echolot als Tiefenmesser hat einen Flachwasser-Alarm, der sich leider nicht abstellen lässt. Bei Alarm nicht gleich Panik, aber aufpassen.

Durch das Heegermeer läuft als Fahrrinne betonnt der Johan Frisokanaal. Wie besonders in den Niederlanden üblich haben Wasserfahrzeuge, die rechts in der Fahrrinne fahren, das Wegerecht vor kreuzenden Fahrzeugen. Selbst ein Paddelboot hat Wegerecht vor einem kreuzenden Segelboot, und ein Segler korrekt im Fahrwasser mit Segel auf stb vor einem kreuzenden Segler mit Segel auf bb.

Die Inseln auf dem Heegermeer verfügen über Anlegestellen, an denen man kostenfrei anlegen und meist auch übernachten kann. Lediglich auf der Rakkenpolle wird bei Übernachtung eine kleine Gebühr erhoben, da ist aber auch ein Sanitärblock vorhanden.

Brücken und Schleusen

k bruecke 6524An vielen Kanälen gibt es bewegbare Brücken, in den Karten mit "BB" gekennzeichnet. Im Almanak findet man die Betriebszeiten. Viele Brücken in Friesland sind inzwischen kostenfrei zu passieren. An wenigen Stellen, z.B. in Sloten, wird noch Brückengeld mit einem Holzschuh an einer Angel kassiert. Der Almanak und Hinweistafeln an den Brücken geben Auskunft. Die festen Brücken sind für die FREE meist nicht zu durchfahren. Ausnahmen:  Die Autobahnbrücken im Osten der Langwerder Wielen (H115) und im Westen des Tjeukemeer (H120) können von der FREE problemlos passiert werden.

In der Regel werden die Brücken bei Annäherung von Booten zügig bedient. In größeren Städten oder bei Autobahnbrücken gibt es verkehrsbedingt Einschränkungen. Meist sind an den Brücken auch Anlegestellen vorhanden, an denen auf eine Brückenöffnung gewartet werden kann. Ein rot-grünes Lichtsignal bedeutet eine baldige Brückenöffnung, ein doppeltes Rotsignal eine Betriebsunterbrechung. Viele Brückenwärter sind über Funk erreichbar, um ggf. um Öffnung zu bitten. Viele Anleger sind auch mit Klingel- oder sogar mit Sprechanlagen ausgerüstet, um sich mit dem Brückenpersonal in Verbindung zu setzen. Es gibt auch einige Selbstbedienungsbrücken, die auf Knopfdruck bedient werden.

Schleusen sind fast ausschließlich an den Übergängen zum Ijsselmeer zu finden. Eine Schleuse im Prinses Margrietkanaal bei Terherne (am Sneekermeer) steht in der Regel offen, hier darf aber nicht gesegelt werden.

Kartenskizzen

Hier ein paar Tourenvorschläge mit Kartenskizzen, die auch Informationen enthalten, welche auf den Wassersportkarten nicht enthalten sind. Die Skizzen ersetzen in keinem Fall den Blick auf die offiziellen Karten.

Legende:

  • BB Bewegbare Brücke
  • H mit einer Zahle die Durchfahrtshöhe einer festen Brücke in dm
  • M Marrekrite Anleger
  • PH Passantenhafen
  • R Restaurant / Cafe
  • YH Yachthafen

Törns für einen halben Tag – weniger als 15 sm hin- und zurück

Heegermeer

Gastmeer, Karte 1

Ein kleiner Ort, gehört noch zu Heeg, mit einigen gemütlichen Cafés und Restaurants, man kann in der Nähe der festen Brücke anlegen (wenn man Platz findet, ggf. im Päckchen). Ein gutes Restaurant gibt es im Yachthafen Sijpeda. Gaastmeer ist von zwei Seiten aus anzufahren. Wenn man den Ort von Norden über das Grote Gaastmeer ansteuert, kann man mit etwas Glück direkt vor einem Café / Restaurant bzw. im Yachthafen anlegen.

Keine Brücken / Schleusen.

Woudsend, Karte 1

Eine Rundfahrt in Richtung Süden führt nach Woudsend. Je nach Wind kann man über das Heegermeer und den Rakken segeln und in Woudsend am Kanal vor dem Yachthafen bzw. auch vor oder hinter der Brücke im Ort anlegen. Ein Café / Restaurant liegt direkt vor der Brücke, und nur ca. 100 m entfernt ist ein gut sortierter SPAR-Laden auch sonntags geöffnet. Über den Wijde Wimerts Kanal geht es dann Richtung Norden zum Johan-Frisokanaal und zurück in den YH Gouden Bodem.

Keine Brücken / Schleusen.

 

Tagestörns – bis ca. 25 sm

Tour1

Woudsend und Sloten, Karte 2

Karte 2 zeigt einen Tagestörn über den Johan Frisokanaal, den Prinses Margrietkanaal, einige kleine Kanäle nach Sloten und weiter über Woudsend zurück nach Heeg. Abhängig von Wind, Brückenzeiten und geplanten Stopps kann der Kurs natürlich auch entgegengesetzt gesegelt werden.

Auf dem Johan-Frisokanal kann uneingeschränkt gesegelt werden. Allerdings ist das Kreuzen bei direktem Gegenwind mit der FREE nicht anzuraten.

Der Prinses Margrietkanaal (PMK) ist vielleicht der am meisten befahrene Wasserweg der Berufsschifffahrt in den Niederlanden. Hier ist Kreuzen nicht gestattet. Sportboote haben in Fahrtrichtung rechts im Kanal zu fahren. Segeln ist erlaubt bei Motor auf standby, also wenn die Maschine sofort betriebsbereit ist. Sie muss also nicht ständig mitlaufen. Bitte darauf achten, sich sicher von der Berufsschifffahrt frei zu halten!

Auf dem Kufurdermeer ist neben den Tonnen des Hauptfahrwassers eine extra Spur für Sportboote betonnt. Diese nach Möglichkeit benutzen. Ansonsten ist das Kufurdermeer recht flach und für die FREE nicht zum Kreuzen geeignet. Am Südende befindet sich in östlicher Richtung der kleine Hafen „De Koevoet“ mit Kiosk und Restaurant.

Weiter südlich ist die Spannenburg-Brücke. Die westliche Seite kann für Segelboote geöffnet werden. Vor der Brücke ist auf beiden Seiten eine Anlegestelle zum Warten auf die Brückenöffnung vorhanden, auch mit einer Sprechstelle versehen, um sich beim Brückenwärter zu melden. Meist wird aber schon bei Annäherung rot-grünes Signal gegeben als Hinweis auf die Brückenöffnung.

k sloten 018Bei der Einfahrt in den Grote Brekken zweigt gleich der Kanal nach Sloten in westlicher Richtung ab. Vorher an der Insel ist ein Marrekrite-Anleger vorhanden – eventuell aber schon zu flach für die FREE.

Weiter geht es durch das Brandemar und am Ende des Kanals nördlich Richtung Sloten. Am westlichen Ufer dieses Kanals sind wieder Marrekrite-Anleger vorhanden, diese auch für die FREE nutzbar.

Aber viel schöner ist es, in Sloten anzulegen. Auch hier gibt es Stege zum Festmachen – vor und hinter der Brücke. An dieser Brücke wird noch nach alter Tradition ein Brückengeld (2015: 2 €) mit einem Holzschuh vom Brückenwärter kassiert.

Sloten lohnt auf jeden Fall einen Stopp. Für viele Besucher ist es eines der schönsten kleinen Städtchen in Friesland. Die Windmühle ist an manchen Tagen geöffnet, entlang des kleinen innerörtlichen Kanals geht es vorbei an den kleinen Häuschen, ein Museum und natürlich mehrere Restaurants laden zu einem Besuch ein. Andenkenläden, Eis- und Waffelbude sowie ein kleiner Supermarkt sind auch vorhanden. Ein großer Spielplatz sorgt für Abwechslung der kleinen Besucher.

k1100172Nördlich geht es weiter zum Slotermeer. Dort sind die betonnten Fahrwege mit der FREE sicher zu befahren, außerhalb kann es knapp werden. Am Westrand gibt es einen Yachthafen zum Anlegen für einen Besuch des Städtchens Balk, mit Geschäften, Kneipen, Restaurants und einem netten Stadtbild entlang der Fußgängerzone. Allerdings ist hier ein kleiner Fußmarsch gefordert für die etwa 1 km lange Strecke vom Hafen in den Ort.

Am Nordende des Slotermeers geht es hinter Woudsend und nach der dortigen Brücke (ohne Brückengeld) weiter nach Heeg.

R Elba Ju 01

Anreise: Flug Düsseldorf – München – Pisa – weiter per Mietwagen
Törnverlauf: Porto Scarlino – Porto Azzurro – Bucht Lacona – Bucht Fetovaia – Marciana Marina – Bucht Biodola – Portoferraio – Porto Scarlino
Landausflug mit Auto: San Martino – Marina di Campo – Rio Marina – Bucht von Sottobomba

Samstag, 23.9.2017

Nun ging es los. Pisa wir kommen. Um stressfrei einzuchecken, gaben wir das Gepäck wegen langer Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Düsseldorf schon am Vorabend auf. Als wir im Flieger unser Handgepäck verstaut hatten und jeder seinen Platz eingenommen hatte, wusste Marianne sofort was zu tun war: Sektbestellung beim Chef-Steward. Der charmante Chef-de-Cabine bediente uns wie First-class Passagiere. Unsere  komplette Reihe 10 bekam den Sekt aus richtigen Glasgläsern serviert. Beim Landeanflug auf Pisa wurden wir über Lautsprecher informiert, dass der Flieger der Rolling Stones unten auf dem Rollfeld steht und gut zu sehen sei. Wir waren begeistert.

Ankunft in Pisa. Wir checkten aus und übernahmen den vorgebuchten Mietwagen. Vom Flughafen in Pisa fuhren wir dann ca. eine Stunde zum Yachthafen Lungomare Garibaldi in Marina di Scarlino. Ulrich und Karl-Heinz von der anderen Crew mit der Sun Odyssey "Kandaloa" nahmen den Zug nach Follonica, trafen sich dort mit Johannes und Friedrich und waren mit dem Taxi noch vor uns am Hafen.
AmeliaCheck-in an Bord einer Elan 394 Impression (Baujahr: 2012, Länge: 11,9 m) mit dem Namen Amelia. An Bord musste eine dreiseitige Eincheckliste abgearbeitet werden. Anschließend die Kontrolle durch den Vercharterer, was wir nach einem langen Anreisetag als sehr mühsam empfanden. Vom Teller bis zum Löffel, alles musste gezählt werden. Dann großer Einkauf für zwei Crews im Supermarkt mit dem Mietauto.

Beide Crews (mit Skipper Johannes auf der Kandaloa) trafen sich abends zu einem gemeinsamen Dinner auf der Terrasse der Hafen-Pizzeria. Müde und erschöpft fielen wir nachts in unsere Kojen.

Sonntag: 24.9.2017

WetterfrontFrühmorgens wurde der Einkauf verstaut. Danach führten wir eine Sicherheits­einweisung durch und für jeden wurden die Rettungswesten angepasst. Wir verabredeten uns mit der anderen Crew, über UKW-Kanal 12 in Kontakt zu bleiben.

Endlich Auslaufen Richtung Elba ca. 19,5 sm bis Porto-Azzurro. Nach einigen Anlauf­schwierigkeiten beim Segelsetzen konnten wir bis kurz vor Porto Azzurro an einer Wetterkante entlang segeln, mit thermischem Landwind, der uns bis fast vor die Insel zog.

Dort angekommen trafen wir uns mit der Crew der Kandaloa und besichtigten den Ort. Nach unserem Rundgang verabredeten wir uns zum Abendessen beim Italiener in der schönen Altstadt.

Montag: 25.9.2007

Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege. Für unsere Amelia-Crew ging es unter Segel von Porto Azzurro in die Bucht Lacona (20 sm), wo wir dann vor Anker übernachteten. Die Kandaloa-Crew brach  auf Richtung Insel Giglio und Korsika.

In der Bucht angekommen, gab es an Bord Spaghetti mit selbstgemachten Pesto von zuhause. Im Laufe des Abends fanden sich immer mehr Yachten in dieser wunderschönen Bucht ein und blieben so wie wir auch über Nacht dort.

Ankerbucht

Ein Crewmitglied richtete ihr Nachtlager oben an Deck ein, der absenkbare Tisch machte es möglich. Am nächsten Morgen berichtete sie von einem wunderbaren Schlaf unter freiem Sternenhimmel.

Dienstag: 26.9.2017

Die erste Nacht vor Anker war doch für einige von uns sehr unruhig und ungewohnt. Das Boot drehte sich nachts und schaukelte mächtig. Aber als wir vor dem Frühstück in dieser wunderschönen Bucht schwimmen gingen, war die Schaukelei schnell vergessen. Beim Schwimmen um das Boot stellten wir 3 Kratzer fest, die nicht von uns, sondern schon vorher da gewesen sein mussten, und so protokollierten wir alles.

Unser nächstes Ziel war Marciana Marina. Beim Aufholen des Ankers sprang mehrmals die Sicherung der Ankerwinch raus. Panik machte sich breit, aber Dank des technischen Verständnisses unseres erfahrenen Skippers Günter wurde der Fehler sofort eingegrenzt und gefunden. Der Hebel der Sicherung fand sich nur mit Hilfe einer Taschenlampe, unter dem Brett einer Achterkoje und war auch nur zu ertasten.
R Elba Ju 06Unter Segel ging es zur Badebucht Fetovaia. Tolles Wetter lud zum Baden ein. Die Mittagspause verbrachten wir mit selbstgemachtem Kartoffelsalat.

Dann segelten wir weiter nach Marciana Marina (30sm) an die Muring an einem Schwimmsteg. Die wunderschöne Altstadt lud zu Rundgang und einem empfehlenswerten Abendessen auf der Piazza Lumanuele ein.

Mittwoch: 27.9.2017

Von der malerischen Dorfkulisse der Marciana Marina mit den bunten Fischerhäusern, die fast bis zum Hafen reichten, ging es mit einem kurzen Abstecher zur Badebucht Biodola, die mit einem 600m langen Strand wohl die bekannteste und eine der schönsten von Elba sein soll. Das Wetter lud zum Baden und Schnorcheln ein. Gerne wären wir auch hier etwas länger geblieben. Nach dem Badestopp ging es weiter nach Portoferraio (14 sm).

Dort angekommen, bekamen wir durch den Hafenmeister im Motorboot einen Liegeplatz direkt an der Hafenpromenade von Portoferraio zugewiesen.

R Elba Ju 08Zwei Crewmitglieder besichtigten die wunderschöne Altstadt von Portoferraio. Mit ihren vielen Treppenaufstiegen und dem schönen alten Wohnsitz von Napoleon während seiner Verbannung auf Elba glich sie einer Filmkulisse. Die Aussichten in dieser Altstadt bei abendlichem Licht, mit einem Labyrinth aus Gassen und Treppen, und immer den Blick von oben in den Hafen, beeindruckt uns so sehr, dass wir alle beschlossen, einen weiteren Tag zu bleiben und die nicht gerade preiswerte Hafengebühr dafür in Kauf zu nehmen.

Donnerstag; 28.9.2017

Am nächsten Morgen besorgten wir uns ein Mietauto und machten eine Sightseeingtour über die Insel. Die Insel Elba ist nicht sehr groß. Die Aussichtspunkte und Häfen waren auf Grund der kurzen Entfernungen sehr gut zu erreichen.

R Elba Ju 10Als erstes besichtigten wir den Sommersitz von Napoleon in San Martino hoch in den Bergen. Dort hatte er sich wohl niedergelassen, weil es ihm unten im Hafen zu laut war, sagt man. Eine wunderschöne Sommervilla, die von großen duftenden Pinienbäumen umgeben war, lag oben im Berg mit Blick auf das kristallklare schimmernde Meer.

Danach fuhren wir zum höchstgelegenen Berg der Insel Mte. Capanne (1019m), ein Aussichtspunkt auf der Insel, von dem aus man einen grandiosen Blick in die verschiedensten Buchten und Häfen hat.

Auf dem Rückweg besichtigten wir zwei Segelschulen, eine italienische und eine deutsche. Die des Hochseesport­verbandes Hansa e.V. lag an einer Steilküste, und war nicht leicht zu finden. Dort werden sogar Atlantik­überquerungen angeboten. Interessierte können sich gerne an uns wenden.

Den Besuch zuvor in Porto di Campo an der Südküste und Rio Marina im Osten der Insel sollten wir noch erwähnen wie auch den Zwischenstopp an der Bucht Sottobomba, eine der im Reiseführer angepriesenen Buchten in der Nähe von Portoferraio.

R Elba Ju 07Zurück an Bord wurde das Abendessen an der Promenade zubereitet. Der bordeigene Backofen half uns dabei, eine Dorade zuzubereiten, die besser schmeckte als die Tage zuvor im Restaurant gegessene.

Zum Nachtisch gab es das tags zuvor zubereitete Tiramisu von Susanne, die den Eischnee dazu ohne Schneebesen oder Mixer in einem kleinen Gurkenglas so lange schüttelte, bis er steif genug für das Tiramisu war. Das ganze natürlich in Teamwork. Das beste Tiramisu, welches ich je gegessen hatte. Man muss sich halt nur zu helfen wissen.

Freitag: 29.9.2017

Am nächsten Morgen, ging es unter Segel und mit mehreren Kreuzschlägen bei herrlichem Wind, Segel- und Sonnenwetter, bis zum oberen Capo Castello.

Nach dem wir es umrundet hatten, und in weiter Ferne unseren Heimathafen Porto Scarlino am Festland sichten konnten, entdeckten wir zu unserer großen Freude auch Delphine. Es war ein schöner Anblick sie schwimmen zu sehen, wenn auch nur aus weiter Ferne. Ein schöneres Abschiedsgeschenk konnte uns Elba nicht machen. Dann segelten wir noch am Regattafeld der Weltmeisterschaft der Flying Dutchman vorbei.R Elba Ju 13

Nach 27sm wieder zurück im Heimathafen angekommen, klappte das Anlegemanöver zwar nicht sofort, aber dann doch mit neu dazu gelernter Segelerfahrung dieser Segelwoche, mit Applaus. Noch am gleichen Abend wurde unter Kontrolle des Vercharterers die Bootsübergabe vorbereitet, alles wieder eingepackt, Reste gegessen und anderntags endgültig ausgescheckt.

Zusammenfassend können wir sagen, dass es viel Spaß gemacht, Elba mit einer Segelyacht zu umrunden. Die Insel hat von ihrer Wasserseite her, aber auch vom Landesinneren viel zu bieten. Gerne wären wir an der einen oder anderen Stelle länger geblieben, oder hätten auch gerne mal die Strände vom Boot aus mit dem Dingi erkundet. Leider ließ es das Zeitfenster von einer Woche nicht zu.

Jutta Fischer ( Co-Skipperin)

SO 42i "KANDALOA"

Crew der KANDALOA

Vier Segler des Ratinger Segelclubs hatten sich 14 Tage Zeit genommen für einen Törn, der möglichst auch Korsika einschließen sollte:  Friedrich, Karl-Heinz und Ulrich mit Skipper Johannes.   Mit  den Segeleigenschaften der Jeanneau Sun Odyssey 42i "KANDALOA" waren wir sehr zufrieden. Bei 3 Bft und halbem Wind lief das Boot 6–7kn, sicherlich auch bedingt durch die recht gute Segelgarderobe mit einem durchgelatteten  Großsegel – bei vielen Charterbooten findet man leider nur in den Mast einrollbare Segel mit deutlich kleinerer Segelfläche und weniger gutem  Stand. Eine elektrische Winsch für das Großfall vereinfachte das Setzen ganz erheblich. Zu 4/5 wurde es zügig per Hand gezogen und dann per Kopfdruck durchgesetzt.  Das Dinghi  war groß genug für vier Personen, leider fehlte das  Sitzbrett.  Die geräumige vordere Kajüte hat einen eigenen Sanitärraum, aber auch die achterlichen Kabinen sind jeweils für zwei Personen gut geeignet. Die Kücheneinrichtung der Yacht war völlig ok, ebenso das Platzangebot im Salon. Ein verschiebbarer Kartentisch ist ein nützliches Detail.

Die folgenden Bilder zeigen die Tracks der KANDALOA. Die eingebetteten Fotos wurden jeweils an den Zielorten aufgenommen.

Gleich auf der ersten Tour vom Ausgangshafen Scarlino Marina wurde die Frage gestellt, ob es auch Delfine gibt. Die Antwort des Skippers: "Ja, da sind welche". Karl-Heinz wollte es zunächst nicht glauben. Tatsächlich zogen mindestens 5 Delfine für ein paar Minuten mit uns. Leider war es das einzige Mal mit Delfinbegleitung.

Auf der Fahrt nach Porto Azzurro hatten wir anfangs recht wenig Wind. Im Norden waren dicke Wolken sichtbar. Segler, die von Livorno kamen, berichteten von Windhosen und Starkregen. Dann bekamen auch wir genügend Wind zum Segeln und es ging zügig Richtung Elba. Vier Meilen vor der Insel mussten wir etwas abfallen und konnten nach zwei Wenden in die Bucht von Porto Azzurro hineinkreuzen. Im Hafen winkte uns ein Hafenmeister an einen Liegeplatz und reichte uns die Muringleinen. Ulrich am Steuer fuhr ein gekonntes Manöver.

Dann blieb uns viel Zeit für die Stadtbesichtigung, einen Spaziergang an den Festungen vorbei und über einen steilen Weg wieder zurück zum Hafen. Abends trafen wir uns mit der Crew der AMELIA zum gemeinsamen Dinner in einer Trattoria.

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Giglio ist eine reizende Insel. Das kleine Hafenstädtchen mit seinen Restaurants und Cafes läd zum Bummeln und Relaxen ein. Vor dem Hafen liegt immer noch eine große Arbeitsplatform fest verankert, wo man mit Aufräumarbeiten nach dem Unglück der Costa Concordia im Januar 2012 beschäftigt ist.

Der Hafenmeister winkte und rief uns (natürlich auf italienisch) Anweisungen zu, die wir nicht ganz verstanden. Während knapp vor der Kaimauer Ulrich an der Ankerwinsch den Hafenmeister so verstand, er solle etwas Kette aufholen, brauchte der Skipper noch 2 m Kette. Als die nicht kam, wurde mit etwas Schwung der Anker noch fester eingegraben und der Festmacher übergeben. "Quasi perfetto" wurde dann zum geflügelten Wort für (fast) gelungene Manöver.

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Für die weiteste Strecke unseres Törns mit 91 sm entschieden wir uns für eine Nachtfahrt. Nach dem geruhsamen Aufenthalt auf Giglio mit einer Wanderung zu einem Strand legten wir nachmittags noch einen Ankerstopp ein, bevor es dann losging. In 3-Stundenwachen lösten wir uns ab. Im Canal de Corse war nachts rege Berufsschifffahrt zu beachten. Noch bei Tageslicht legten wir für die Nachtfahrt ein Reff in das Groß. Der auf 4-5 Bft  zunehmende Wind mit teils 8 kn Fahrt veranlasste uns weiter zu reffen – mit dem Ziel, Fahrt aus dem Schiff zu nehmen, um nicht noch in der Dunkelheit in die Bucht von Porto Vecchio einzulaufen.

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Porto Vecchio ist in der Hochsaison sehr überlaufen. Jetzt Ende September war es aber ruhig und schön in der Altstadt oben auf einem Berg. Wir probierten das korsische Pietra Bier, das mit Kastanienmehl gebraut wird – sehr gut!  Tags darauf ankerten wir vor dem Plage Palombaggia, laut Reiseführer einem der schönsten Strände von ganz Korsika. Bei ruhigem Wetter übernachteten wir vor Anker in einer geschützten Bucht2017 10 21 3

An den folgenden Tagen segelten wir entlang der etwas eintönigen Küste mit Stopps in Solenzara und in Campoloro weiter nach Bastia. Die in mehreren Ketten aufragenden Berge gaben trotzdem eine tolle Kulisse, und man konnte die alten Dörfer an den Hängen deutlich erkennen. Die Ebene an der Küste war früher wegen Malaria-Mücken nicht bewohnbar.

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In Bastia fanden wir einen guten Liegeplatz im alten Hafen, mitten in der Stadt, mit Blick auf die Kathedrale und direkt an den Restaurants und Bars entlang der Promenade. Für den Montag war wenig Wind in der Wettervorhersage. Das nutzen wir für einen Ausflug in das Landesinnere. Der Hafenmeister empfahl den Besuch der ehemaligen korsischen Hauptstadt Corte hoch in den Bergen  mit seinem Museum und weiter in das Restonica Tal. Unabhängig von dieser Empfehlung, dieses war auch der Vorschlag eines Mitseglers – und es wurde tatsächlich ein großartiger Ausflug.

Für die Überfahrt nach Elba hatten wir dann auch wieder guten Wind.

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Bei dem ruhigen Wetter ankerten wir in der Bucht von Biodola und versorgten uns ganz vorzüglich aus der Bordküche.  Nach ausgiebigem Baden und Strandbesuch mit dem Beiboot folgte der kürzeste Schlag unseres Törns nach Marciana Marina.

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Als abschließender Stopp ging es in die Hauptstadt von Elba nach Portoferraio. Wie der Name vermuten lässt, wurde hier füher Eisenerz ans Festland verschifft. Heute legen hier die Fährschiffe zum Festland an. Neben seinen Befestigungen wird hier auch die Erinnerung an die Verbannung Napoleons gepflegt. Die Altstadt mit den an Berghängen aufsteigenden Treppenanlagen ist wirklich sehenswert.

Die letzte Etappe führte uns zurück in den Ausgangshafen, wo wir nach problemlosen Check-out den Vereinsstander einholten.

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Mit dem Service sowohl der deutschen Charteragentur CHARTERBAR wie auch der Station vor Ort 43°Parallelo waren wir sehr zufrieden.

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