Vereinstörn in das westfriesische Watt

watt2017 13Am Wochenende standen die Gezeiten günstig für einen Törn in das Watt –Texel war bei Mittagshochwasser wegen des ablaufendem Wassers günstig zu erreichen. Also Leinen los. Jutta, Marianne, Karl-Heinz und Johannes konnten es einrichten, am frühen Donnerstag Nachmittag von zu Hause loszufahren. Schon auf der Autofahrt wurden mögliche Kurse in Abhängigkeit der Gezeiten besprochen. 16:45 Ankunft in Heeg, schnell die RUBINA segelfertig gemacht, Gepäck und Proviant eingeräumt, Sicherheitsunterweisung durchgeführt. Um 18 Uhr bei guten 3 Bft aus NW und einem Hauch von Sonnen ging es los. Um 20 Uhr erreichten wir Warns. Die Brücke zeigte erwartungsgemäß doppelrot, also blieben wir im Yachthafen von Warns. Der kleine Hafen bot reichlich Platz für unsere Yacht, und das Yachtcenter Warns strahlt eine gewisse Geschäftigkeit aus. Leider ist man etwas weit weg vom Ort. Ein selbst gemachter Kartoffelsalat (ohne Eier) mit warmen Würstchen aus der Bordküche, dazu ein paar kühle Bierchen halfen aber darüber hinweg. Beim Bettenbauen wurde die schöne Achterkabine als Hundekoje herabgewürdigt, aber dann konnten die beiden Damen dort doch sehr gut schlafen.

watt2017 02Am nächsten Morgen warteten wir beim ausgiebigen Frühstück vergeblich auf Wind. Also erst mal unter Motor weiter nach Stavoren und dort direkt in die offene Schleuse. Aber auch auf dem Ijsselmeer gab es nur minimalen Wind mit meist weniger als 5 kn (2 Bft). So ging es unter Motor weiter nach Den Oever. Die Wartezeit an der Schleuse zur Waddenzee nutzen wir für einen Mittagsimbiss. Inzwischen frischte der Wind auf, noch aus NW (ungünstig) aber mit Aussicht, auf W bis SW zu drehen (günstig). Gut eine Stunde nach Hochwasser konnten wir aber auf dem Weg nach Texel im Wattfahrwasser weit über die Fahrwassertonnen hinaus kreuzen, mit jeweils einem langen Streck- und einem kurzen Holeschlag. Das ablaufende Wasser schob mit etwa 1,5 kn in die gewünschte Richtung. Um der Gegenströmung im Texelstrom auszuweichen – bzw. diesen sogar zum besseren Erreichen von Oudeschild zu nutzen, wählten wir das Bollen-Fahrwasser, inzwischen mit halbem Wind und 5kn Fahrt. Die geringste Tiefe befindet sich zwischen den grünen Tonnen B1b und B1. Dieser kurze Abschnitt war spannend. Bei halber Tide betrug der Wasserstand dort zwar ausreichende 1,50 m (RUBINA‘s Tiefgang auf 0,90 m eingestellt). Aufgrund des Texelstroms mit seinen ca. 3 kn waren im Wasser aber heftige Wirbel erkennbar, die nachdrücklich zur Vorsicht mahnen. Fast schlagartig änderte sich die gemessene Wassertiefe von mehr als 10 m auf 2 m, 1,8 m, 1,6 m, um dann ebenso schnell wieder auf 15 m zu fallen. Hoch am Wind mit geringer watt2017 09Vorwärtsgeschwindigkeit und guter seitlicher Strömung erreichten wir um 16 Uhr Oudeschild und wenig später entlang der vielen großen und modernen Fischkutter im Fischereihafen den Waddenhaven Texel. Die 10 m Boxen waren alle besetzt, so dass wir nach Absprache mit dem Hafendienst in einer Box für kleinere Boote festmachten. Die genannten 3,50 m Boxenbreite (bei 3,45 m Schiffsbreite) entpuppten sich aber als vielleicht von Pfahlmitte zu Pfahlmitte gemessen. Mit etwas Druck passte es aber doch. Der Steg erschien recht niedrig, das Ein- und Aussteigen vom hohen Bug damit etwas schwierig. Ein Schlaumeier meinte, dass dieses bei weiter fallendem Wasser wohl günstiger werden würde – eine krasse Fehleinschätzung, denn es handelte sich (natürlich) um einen Schwimmsteg. Im Hafen noch ein Hallo zu Segelfreunden von der AGFS. Ein Landgang mit Dinner und ein Absacker an Bord rundete den erfolgreichen Segeltag ab. Auf Texel wird übrigens ein leckeres Bier gebraut, das man probieren sollte.

watt2017 39Am Samstag wollten wir im Texelstrom nach Kornwerderzand segeln. Die Wettervorhersage mit Regen und SW 4-5 war leider nicht ganz richtig. Regen ja, aber Wind zunächst nur 2-3 Bft. Gut dass der Strom mit bis zu 3 kn schob. Bei 3 kn durchs Wasser waren das immerhin 6 kn über Grund. Dafür hatte sich das frühe Aufstehen gelohnt. Später frischte der Wind tatsächlich noch auf, und in Kornwerderzand blies es dann mit 18 kn aus West. Mit einem Reff im Groß ging es im Ijsselmeer zügig nach Hindeloopen. Die Logge zeigte fast immer deutlich mehr als 6 kn Fahrt. Hindeloopen ist sehenswert mit kleinem alten Hafen, großer Marina, gemütlichem Dorfkern, Kirche mit schiefem Turm und Schaatsmuseum (Schlittschuh-Museum). Die enge Einfahrt in den Hafen wird bei starkem NW-Wind als nicht ungefährlich beschrieben. Einige Yachten, die wir später beobachteten, schaukelten heftig in den Wellen entlang der westlichen Hafenmole, bei 5 Bft aber kein Problem. watt2017 43Den Abendhimmel mit seinem Farbenspiel beobachteten wir an der Westmole der Marina.

Für den Sonntag war Sommerwetter angesagt. Aber am Morgen ging ein heftiger Schauer nieder und auch beim Gang zum Waschraum war es noch feucht von oben. Leider kein Wind, daher die Entscheidung, unter Motor die Strecke über Workum zu wählen. Beim Ablegen war es bereits trocken. An der kleinen Schleuse vor Workum (einziges Boot) zeigte sich die Sonne. Am Kanal in Workum fanden wir einen Liegeplatz, um uns den Ort anzusehen. Der Wind hatte Erbarmen mit uns, er frischte auf mit 3 Bft aus Nord, so dass wir nach dem Passieren der weiteren Brücken Richtung Heeg die Segel setzten und ganz gemütlich ins Heeger Meer segelten. Dort nahmen wir noch die Zeit zum Kreuzen mit Manövertraining, Boje über Bord und Beidrehen.

Leider war die Zeit zu kurz und das Wetter zu unbeständig zum Trockenfallen. Seehunde haben wir auch nicht gesehen. Unsere Törnplanung mit Strömungen und Wassertiefen stimmte, und etwas Wissen dazu wurde an die Watt-Neulinge weitergegeben. So es war ein toller Törn durch Kanäle, Friese Meeren, Ijsselmeer und Watt mit knapp 80 sm.

Heeg TX 2017

Zehn Mitglieder des RaSC machten im September 2016 auf zwei Booten einen Vereinstörn in Griechenland. Ziel waren die nördlichen Sporaden, ein tolles Revier mit netten Häfen und Ankerbuchten, gutem (Bade-)Wetter und teils sehr gutem Segelwind.

Den Törnverlauf und einige Fotos kann man sich in  Google Maps ansehen.

Im September 2015 segelten vier Vereinsmitglieder für zehn Tage in Griechenland. Die folgende Bilder-Collage gibt einen kleinen Eindruck von dem tollen Törn.

Im Frühsommer 2014 veranstalteten wir mal wieder einen tollen Segeltörn an der Côte d’Azur. Neun Seglerinnen und Segler waren für eine Woche auf zwei baugleichen Dufour 375 unterwegs von Bormes-les-Mimosas über Fréjus, Mandelieu-la-Napoule, Antibes, Juan-les-Pins, Saint-Tropez und Cavalaire-sur-Mer zurück zum Ausgangshafen. Zwischen den Îles de Lérins südlich von Cannes und auch vor Port-Cros wurde geankert und gebadet. Wir hatten meist mehr Wind als in den Seewetterberichten vorhergesagt und haben bis zu 42 kn Wind (9 Bft!) ohne Probleme überstanden. Alle Mitsegler haben an allen Positionen mitgemacht – und schon jetzt vereinbart, beim nächsten Törn wieder dabei zu sein.

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