sneek1Skipper Johannes sowie Crew Gerd mit Sohn Henning hatten sich bei den gemeinsamen Arbeiten an den Vereinsbooten kurz kennengelernt und zu einem Wochenend-Törn mit der FREE in Friesland verabredet

Bei regnerischem Wetter ging es gemeinsam am Samstag Morgen los. Mit wenig Verkehr waren wir schon um 9 Uhr am Hafen in Lemmer. Schnell wurde die persönliche Ausrüstung und Verpflegung im Schiff verstaut. Danach erfolgte der technische Check anhand einer neu erstellten Checkliste. Als Teil der Sicherheitsunterweisung wurden die Rettungswesten anprobiert und der letzte Wetterbericht vom Hafenmeister eingeholt: S5-6, Böen bis 7, Regen, nachmittags nachlassender Regen und etwas weniger Wind, westlich drehend. Die Vorhersage für Sonntag: SW4-5. Das entsprach recht genau unserer mitgebrachten Vorhersage. Wie bereits vorgeplant entschieden wir uns für einen Schlag nach Sneek. Das Großsegel wurde kräftig gerefft und die kleine Fock angeschlagen.

sneek2Bei kräftigem Wind aus Süd, immer noch anhaltendem Regen und etwa 12° Lufttemperatur konnten wir um 11 Uhr ablegen. Nicht gerade die schönsten Bedingungen, aber wetterfest gekeidet und mit einem guten Schiff sollte das kein Problem werden. An der Schleuse zum Prinses Margerit Kanal mußten wir wegen starkem Berufsverkehr zunächst warten und nutzten die Zeit zum Mittagessen.

Nach dem Schleusenvorgang setzten wir Segel - und es hörte auf zu regnen. So konnten wir nachmittags ohne weiteren Regen - später sogar mit etwas Sonnenschein - mit achterlichem Wind den Prinses Margerit Kanal bis zum Sneeker Meer segeln. Die verbleibenden beiden Brücken wurden zügig bedient, so dass wir kaum warten mussten.

Langsam drehte der Wind mit immer noch gut 5 Bft auf WSW. Dadurch konnten wir die Einfahrt nach Sneek nicht mehr segeln und mußten den Motor starten. Nahe der Innenstadt fanden wir einen Liegeplatz mit guten Sanitäranlagen dicht dabei. Bis zum Abendessen war noch etwas Zeit, also wurden noch einige Arbeiten am Boot erledigt. Die elektrische Bilgenpumpe war defekt. sneek3Eine neue war im Gepäck und wurde eingebaut. Im Test gab sie zwar Geräusche von sich, jedoch war keine Funktion festzustellen. Der Ablaufschlauch wurde ohne Auffälligkeiten überprüft. Offensichtlich hatte etwas den Auslauf verstopft - nach etwas Herumstochern von außen lief das Wasser plötzlich ab. Eine automatische Steuerung soll noch nachträglich eingebaut werden.

Bei inzwischen wirklich schönem Wetter bummelten wir nun durch Sneek und fanden ein gutes chinesisch-indonesisches Restaurant. Zurück an Bord gönnten sich sich die Erwachsenen noch ein Gläschen Wein und konnten dann auch gut schlafen. Irgendwann soll es mal geregnet haben - oder war das in Düsseldorf? Stimmt, da wurde wegen einer Unwetterwarnung und Dauerregen das japanische Großfeuerwerk abgesagt.

Am Sonntag Morgen schien nicht gerade die Sonne, aber es war trocken und schön genug für das Frühstück draussen in der Plicht. Dann machten wir uns segelfertig. Den Motor brauchten wir nur zum Ablegen, schnell waren die Segel gesetzt und wir segelten Richtung Sneeker Meer. Der Wind war tatsächlich auf etwa 4 Bft abgeklungen. Am 2. Vorstag schlugen wir deshalb die große Fock an und konnten dann während der Fahrt die Vorsegel blitzschnell wechseln. sneek6Mit ein paar Manövern und Schlägen erkundeten wir dann das Sneeker Meer, das Großsegel inzwischen auch ausgerefft. Gegen 12 Uhr ging es dann auf den Rückweg in den Prinses Margerit Kanal. Leider hatte der Wind wieder etwas zurück gedreht, so dass wir unter Motor zurückfahren mussten. Wieder klappte es mit den beiden Brücken fast ohne Wartezeiten. An einem Anleger an einer kleinen Insel machten wir für die Mittagspause fest. Dann, schon im Grote Brekken, erwischte uns ein heftiger Regenschauer. Hier bewährte sich die Sprayhood: auch bei offenem Niedergang blieb bei vorlichen Wind die Kajüte trocken und der Steuermann freute sich über etwas Schutz. Eine viertel Stunde später an der Tankstelle in Lemmer schien schon wieder die Sonne. 5,8 Liter Benzin wurden getankt, für mehr als 5 Stunden Motorfahrt sicher ein sehr moderater Verbrauch.

Für die Durchfahrt durch Lemmer werden die Brücken und die Schleuse erst ab 17.15 Uhr wieder bedient. Die Wartezeit nutzten wir für "klar Schiff". Die Vorsegel wurden ordentlich verstaut, das Groß auf dem Baum zusammengelegt und mit der Persenning abgedeckt und das Deck geschrubbt. Das persönliche Gepäck war zwar schon weitgehend gepackt, die Regensachen konnten wir allerdings noch nicht einpacken, denn wieder zogen dunkle Wolken auf.

sneek4Schließlich war es soweit, die Brücke machte auf und mit mehreren anderen Booten fuhren wir durch Lemmer. An der 2. Brücke wird das Brücken- und Schleusengeld kassiert, ganz traditionell mit einem Holzschuh an einer Angel. Um 18 Uhr waren wir dann in der Schleuse - und dann erwischte uns doch noch eine Regenwolke.

Am Liegeplatz wurden wir von Torsten und seiner Crew begrüßt. Sie hatten am Wochenende auch auf den Seen gesegelt - und trotz Verständigung über Mobilfunk hatten wir es geschafft, unerkannt auf dem Kanal aneinander vorbei zu fahren. So wurde hier noch eine kleine Einweisung durchgeführt, denn demnächst will Torsten mit der FREE segeln.

Auch wenn jetzt der Regen nicht mehr aufhörte - wir alle waren sehr zufrieden mit dem Segelwochenende. Die schlechte Wettervorhersage hatte uns gar nichts ausgemacht, durch die passende Wahl des Reviers war auch der starke Wind kein Problem, es war allen Unken zum Trotz recht trocken, sicherlich viel besser als in Ratingen. Außerdem hatten Skipper und Crew sich zu einer prima Mannschaft zusammengefunden.

Wer hat die FREE noch nicht gebucht? Die Erfahrung hat gezeigt, dass selbst eine schlechte Wettervorhersage kein Hindernis für gemütliches Segeln sein muss. Bei angepasstem Revier, Kurs und Segelkleid wird von unserem kleinen Schiff auch viel Wind ganz gut vertragen. Also, ab ins Internet und FREE buchen!

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