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Anreise: Flug Düsseldorf – München – Pisa – weiter per Mietwagen
Törnverlauf: Porto Scarlino – Porto Azzurro – Bucht Lacona – Bucht Fetovaia – Marciana Marina – Bucht Biodola – Portoferraio – Porto Scarlino
Landausflug mit Auto: San Martino – Marina di Campo – Rio Marina – Bucht von Sottobomba

Samstag, 23.9.2017

Nun ging es los. Pisa wir kommen. Um stressfrei einzuchecken, gaben wir das Gepäck wegen langer Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Düsseldorf schon am Vorabend auf. Als wir im Flieger unser Handgepäck verstaut hatten und jeder seinen Platz eingenommen hatte, wusste Marianne sofort was zu tun war: Sektbestellung beim Chef-Steward. Der charmante Chef-de-Cabine bediente uns wie First-class Passagiere. Unsere  komplette Reihe 10 bekam den Sekt aus richtigen Glasgläsern serviert. Beim Landeanflug auf Pisa wurden wir über Lautsprecher informiert, dass der Flieger der Rolling Stones unten auf dem Rollfeld steht und gut zu sehen sei. Wir waren begeistert.

Ankunft in Pisa. Wir checkten aus und übernahmen den vorgebuchten Mietwagen. Vom Flughafen in Pisa fuhren wir dann ca. eine Stunde zum Yachthafen Lungomare Garibaldi in Marina di Scarlino. Ulrich und Karl-Heinz von der anderen Crew mit der Sun Odyssey "Kandaloa" nahmen den Zug nach Follonica, trafen sich dort mit Johannes und Friedrich und waren mit dem Taxi noch vor uns am Hafen.
AmeliaCheck-in an Bord einer Elan 394 Impression (Baujahr: 2012, Länge: 11,9 m) mit dem Namen Amelia. An Bord musste eine dreiseitige Eincheckliste abgearbeitet werden. Anschließend die Kontrolle durch den Vercharterer, was wir nach einem langen Anreisetag als sehr mühsam empfanden. Vom Teller bis zum Löffel, alles musste gezählt werden. Dann großer Einkauf für zwei Crews im Supermarkt mit dem Mietauto.

Beide Crews (mit Skipper Johannes auf der Kandaloa) trafen sich abends zu einem gemeinsamen Dinner auf der Terrasse der Hafen-Pizzeria. Müde und erschöpft fielen wir nachts in unsere Kojen.

Sonntag: 24.9.2017

WetterfrontFrühmorgens wurde der Einkauf verstaut. Danach führten wir eine Sicherheits­einweisung durch und für jeden wurden die Rettungswesten angepasst. Wir verabredeten uns mit der anderen Crew, über UKW-Kanal 12 in Kontakt zu bleiben.

Endlich Auslaufen Richtung Elba ca. 19,5 sm bis Porto-Azzurro. Nach einigen Anlauf­schwierigkeiten beim Segelsetzen konnten wir bis kurz vor Porto Azzurro an einer Wetterkante entlang segeln, mit thermischem Landwind, der uns bis fast vor die Insel zog.

Dort angekommen trafen wir uns mit der Crew der Kandaloa und besichtigten den Ort. Nach unserem Rundgang verabredeten wir uns zum Abendessen beim Italiener in der schönen Altstadt.

Montag: 25.9.2007

Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege. Für unsere Amelia-Crew ging es unter Segel von Porto Azzurro in die Bucht Lacona (20 sm), wo wir dann vor Anker übernachteten. Die Kandaloa-Crew brach  auf Richtung Insel Giglio und Korsika.

In der Bucht angekommen, gab es an Bord Spaghetti mit selbstgemachten Pesto von zuhause. Im Laufe des Abends fanden sich immer mehr Yachten in dieser wunderschönen Bucht ein und blieben so wie wir auch über Nacht dort.

Ankerbucht

Ein Crewmitglied richtete ihr Nachtlager oben an Deck ein, der absenkbare Tisch machte es möglich. Am nächsten Morgen berichtete sie von einem wunderbaren Schlaf unter freiem Sternenhimmel.

Dienstag: 26.9.2017

Die erste Nacht vor Anker war doch für einige von uns sehr unruhig und ungewohnt. Das Boot drehte sich nachts und schaukelte mächtig. Aber als wir vor dem Frühstück in dieser wunderschönen Bucht schwimmen gingen, war die Schaukelei schnell vergessen. Beim Schwimmen um das Boot stellten wir 3 Kratzer fest, die nicht von uns, sondern schon vorher da gewesen sein mussten, und so protokollierten wir alles.

Unser nächstes Ziel war Marciana Marina. Beim Aufholen des Ankers sprang mehrmals die Sicherung der Ankerwinch raus. Panik machte sich breit, aber Dank des technischen Verständnisses unseres erfahrenen Skippers Günter wurde der Fehler sofort eingegrenzt und gefunden. Der Hebel der Sicherung fand sich nur mit Hilfe einer Taschenlampe, unter dem Brett einer Achterkoje und war auch nur zu ertasten.
R Elba Ju 06Unter Segel ging es zur Badebucht Fetovaia. Tolles Wetter lud zum Baden ein. Die Mittagspause verbrachten wir mit selbstgemachtem Kartoffelsalat.

Dann segelten wir weiter nach Marciana Marina (30sm) an die Muring an einem Schwimmsteg. Die wunderschöne Altstadt lud zu Rundgang und einem empfehlenswerten Abendessen auf der Piazza Lumanuele ein.

Mittwoch: 27.9.2017

Von der malerischen Dorfkulisse der Marciana Marina mit den bunten Fischerhäusern, die fast bis zum Hafen reichten, ging es mit einem kurzen Abstecher zur Badebucht Biodola, die mit einem 600m langen Strand wohl die bekannteste und eine der schönsten von Elba sein soll. Das Wetter lud zum Baden und Schnorcheln ein. Gerne wären wir auch hier etwas länger geblieben. Nach dem Badestopp ging es weiter nach Portoferraio (14 sm).

Dort angekommen, bekamen wir durch den Hafenmeister im Motorboot einen Liegeplatz direkt an der Hafenpromenade von Portoferraio zugewiesen.

R Elba Ju 08Zwei Crewmitglieder besichtigten die wunderschöne Altstadt von Portoferraio. Mit ihren vielen Treppenaufstiegen und dem schönen alten Wohnsitz von Napoleon während seiner Verbannung auf Elba glich sie einer Filmkulisse. Die Aussichten in dieser Altstadt bei abendlichem Licht, mit einem Labyrinth aus Gassen und Treppen, und immer den Blick von oben in den Hafen, beeindruckt uns so sehr, dass wir alle beschlossen, einen weiteren Tag zu bleiben und die nicht gerade preiswerte Hafengebühr dafür in Kauf zu nehmen.

Donnerstag; 28.9.2017

Am nächsten Morgen besorgten wir uns ein Mietauto und machten eine Sightseeingtour über die Insel. Die Insel Elba ist nicht sehr groß. Die Aussichtspunkte und Häfen waren auf Grund der kurzen Entfernungen sehr gut zu erreichen.

R Elba Ju 10Als erstes besichtigten wir den Sommersitz von Napoleon in San Martino hoch in den Bergen. Dort hatte er sich wohl niedergelassen, weil es ihm unten im Hafen zu laut war, sagt man. Eine wunderschöne Sommervilla, die von großen duftenden Pinienbäumen umgeben war, lag oben im Berg mit Blick auf das kristallklare schimmernde Meer.

Danach fuhren wir zum höchstgelegenen Berg der Insel Mte. Capanne (1019m), ein Aussichtspunkt auf der Insel, von dem aus man einen grandiosen Blick in die verschiedensten Buchten und Häfen hat.

Auf dem Rückweg besichtigten wir zwei Segelschulen, eine italienische und eine deutsche. Die des Hochseesport­verbandes Hansa e.V. lag an einer Steilküste, und war nicht leicht zu finden. Dort werden sogar Atlantik­überquerungen angeboten. Interessierte können sich gerne an uns wenden.

Den Besuch zuvor in Porto di Campo an der Südküste und Rio Marina im Osten der Insel sollten wir noch erwähnen wie auch den Zwischenstopp an der Bucht Sottobomba, eine der im Reiseführer angepriesenen Buchten in der Nähe von Portoferraio.

R Elba Ju 07Zurück an Bord wurde das Abendessen an der Promenade zubereitet. Der bordeigene Backofen half uns dabei, eine Dorade zuzubereiten, die besser schmeckte als die Tage zuvor im Restaurant gegessene.

Zum Nachtisch gab es das tags zuvor zubereitete Tiramisu von Susanne, die den Eischnee dazu ohne Schneebesen oder Mixer in einem kleinen Gurkenglas so lange schüttelte, bis er steif genug für das Tiramisu war. Das ganze natürlich in Teamwork. Das beste Tiramisu, welches ich je gegessen hatte. Man muss sich halt nur zu helfen wissen.

Freitag: 29.9.2017

Am nächsten Morgen, ging es unter Segel und mit mehreren Kreuzschlägen bei herrlichem Wind, Segel- und Sonnenwetter, bis zum oberen Capo Castello.

Nach dem wir es umrundet hatten, und in weiter Ferne unseren Heimathafen Porto Scarlino am Festland sichten konnten, entdeckten wir zu unserer großen Freude auch Delphine. Es war ein schöner Anblick sie schwimmen zu sehen, wenn auch nur aus weiter Ferne. Ein schöneres Abschiedsgeschenk konnte uns Elba nicht machen. Dann segelten wir noch am Regattafeld der Weltmeisterschaft der Flying Dutchman vorbei.R Elba Ju 13

Nach 27sm wieder zurück im Heimathafen angekommen, klappte das Anlegemanöver zwar nicht sofort, aber dann doch mit neu dazu gelernter Segelerfahrung dieser Segelwoche, mit Applaus. Noch am gleichen Abend wurde unter Kontrolle des Vercharterers die Bootsübergabe vorbereitet, alles wieder eingepackt, Reste gegessen und anderntags endgültig ausgescheckt.

Zusammenfassend können wir sagen, dass es viel Spaß gemacht, Elba mit einer Segelyacht zu umrunden. Die Insel hat von ihrer Wasserseite her, aber auch vom Landesinneren viel zu bieten. Gerne wären wir an der einen oder anderen Stelle länger geblieben, oder hätten auch gerne mal die Strände vom Boot aus mit dem Dingi erkundet. Leider ließ es das Zeitfenster von einer Woche nicht zu.

Jutta Fischer ( Co-Skipperin)

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