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Ein Mensch erfährt nach allen Regeln,
den ersten Schnupperkurs im Segeln.
Die Crew, die kannte sich zwar schon,
doch hier in Neukonstellation:
Christine, Jutta, Gerdi, Klaus,
Gerd, Georg, Uli – volles Haus.

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Flug nach Mallorca – kein Problem,
dann Großraumtaxi ganz bequem,
zum Hafen – dort wird routiniert,
Gepäck kurzfristig deponiert,
um dann ganz freudig und besonnen,
im Land erst einmal anzukommen.
Wir schlendern hoch zur Burgterrasse,
die Sonne scheint, Aussicht ist klasse.
Mit Erdbeershake und Bier und Wein,
könnte es gar nicht besser sein.

Um 17 Uhr trifft man an Deck,
die Basis-Crew zum Abfahrtscheck.
Die Restmannschaft will sich nicht drücken,
das Schiff mit Vorrat zu bestücken.
Das Team kauft – und das ist nicht schwer –
den Supermarkt so ziemlich leer.
Das Angebot war hier recht schlicht,
doch störte das die Mannschaft nicht.
Brot, Käse, Öl und Klopapier
Bananen, Wein, Anlegerbier,
Oliven, Nudeln, Nüsse, Chips,
und Basis für diverse Dips.

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Skipper und Co haben indes,
an Deck den Übergabestress.
Im Grunde ist es fast skurril,
denn Mängel gibt’s erstaunlich viel:
Die Batterie hat's hinter sich,
das Schiff stinkt wirklich fürchterlich.
Fäkalientank: auch nicht so toll,
ist leider bis zur Grenze voll.
Dafür fehlt es dann umso krasser,
im Dieseltank und auch beim Wasser.
Beim Wassertank wurd’ voll Vertrauen,
nur so ein Holzkeil reingehauen.
Was war das nur für ein Gestalter?
Das sieht hier aus wie Mittelalter!
Dazu kommt – man kann sich nicht wehren –
Fäkalientank ist nicht zu leeren.

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Die Stimmung sinkt massiv berechtigt,
der Vorgänger wird schwer verdächtigt,
es gab auf See wohl Windattacken –
das Schiff zeigt deutlich viele Macken.
Die Crew will all das nun vergessen,
und geht ins Städtchen erst mal essen.
Und bei Paella und viel Wein,
renkt sich die Stimmung wieder ein.

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Am Sonntag wird um 11 gestartet,
man hat ja lang genug gewartet.
Nun geht es richtig auf die Planken,
ans andere Ufer, erst zum Tanken.
Hat dieses Schiff vielleicht den Fluch?
Es bleibt nur bei dem Tankversuch.
Wir legen an, doch sehr verdrossen,
finden die Säulen wir verschlossen.

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Sonntag ist zu – Wir segeln weiter,
nehmen's gelassen bis teils heiter.
Christine kommt zu uns an Bord,
in Andraitx, einem schönen Ort,
romantisch mit verträumtem Hafen,
wo wir mit Bug am Pier dort schlafen.
Die Muringleine mit Bedacht,
am Heck befestigt für die Nacht.
Der Abend wird dann noch viel schöner,
wir essen gut beim Italiener,
Pizza, Lasagne und der Fisch,
kommen hier zeitgleich auf den Tisch.

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Am nächsten Morgen wird gezielt,
der Vorrat nochmals aufgefüllt.
Zum Frühstück gibt es keine Not,
Klaus kommt stets pünktlich mit dem Brot.
Zuerst noch Tanken in St. Elm
Uli legt an grad wie ein Schelm,
der Schlauch reicht nicht, es wird rangiert,
der Tankwart ist etwas pikiert,
doch endlich klappt es mit Geschick,
der Tankwart kriegt noch einen Tip,
jetzt geht es wirklich, richtig los,
die Stimmung ist quasi grandios.
Wir wollten erst nach allen Regeln,
Mallorca einmal rund umsegeln.
Doch die Prognose für den Wind,
zeigt, wie flexibel wir doch sind:
Schon bald war unserem Skipper klar:
Wir segeln jetzt nach Ibiza.
Nachttörn steht fest und ganz nach Plan,
soll jeder mal ans Ruder ran.

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Die Dünung hoch und hart am Wind,
ist klar, dass fünf nun seekrank sind.
Die Stimmung jämmerlich bis kläglich,
Autopilot ist auch nicht möglich.
Wachplan muss her – für ein paar Stunden,
wird immer irgendwer gefunden.
Der Logbuchschreiber war der Klaus.
Doch der fiel seekranktechnisch aus.
Also nahm kurzerhand der Uli
Logbuch,Verantwortung und Kuli.
Von allem scheinbar unbeirrt,
der Gerd in die Kombüse schwirrt.
Und hungrig kocht er leck're Sauce,
mit Thunfisch aus der Vorratsdose.
Spaghetti – nur 200 Gramm
reicht dieses Mal für 7 Mann.

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Christine hat es schlimm getroffen,
nun – unter uns – wir reden offen.
Um 0 Uhr sollt Geburtstag sein,
sie spuckte heftig in ihn rein.
Ihr Ehrentag – wie sonst wohl keiner,
begann mit Ihrem Kopf im Eimer.
Derweil Ihr Mann, das ist der Gerd,
oben an Deck den Mond verehrt.
Mit Jutta schaut er in die Ferne,
und sieht am Himmel tausend Sterne.
Nichtsdestotrotz und mit Bedacht,
hielten die Beiden standhaft Wacht.
Aber auch Uli, Georg, Klaus,
hielten am Ruder tapfer aus.

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Wir ankern – und sind wirklich froh
morgens in San Antonio.
Das Frühstück klappt erstaunlich gut,
mit Appetit kommt wieder Mut,
Der Körper hat's vielleicht begriffen,
das Gleichgewicht auf Segelschiffen.
Man segelt Mittags in die Bucht,
wo jeder seinen Ausgleich sucht.
Skipper und Co bemerken streng,
„Die Bucht ist eindeutig zu eng“!
Also – und das ist das gemeine –
den Anker raus und die Heckleine!
Man fand jedoch im dem Gemenge,
kein Leinenstück in dieser Länge.

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Nun denn – man knotet wie verrückt,
Palstek an Palstek ganz geschickt,
hier wird noch alles handgemacht –
gemeinsam geht’s – wär doch gelacht.
Jetzt noch an Land – mit leisem Fluchen,
gilt es, den richtigen Halt zu suchen.
Das Team dafür sind Klaus und Gerd.
Der Job war jetzt nicht soo begehrt.
Alle schau'n zu mit langen Hälsen,
der Klaus springt kletternd durch die Felsen,
verzurrt gekonnt die lange Leine,
verletzt sich noch an einem Beine
doch wird an Bord er unumwunden,
liebevoll-fachgerecht verbunden.

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Die Seekrankheit ist bald vergessen,
im Dinghi geht’s zum Abendessen.
Auch, wenn an Land die Beine eiern,
es ist Geburtstag, wir woll'n feiern.
Christine ist ganz aufgeweckt,
bestellt erst mal ne Flasche Sekt.
Wir machen es auf unsre Weise,
jeder bestellt sich eine Speise,
alles kommt appetitlich frisch,
dann in die Mitte auf den Tisch –
gemeinsam – weil sich niemand ziert,
wird mit Genuss alles probiert.

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Zurück aufs Schiff, doch gegen Morgen,
macht Georg sich erheblich Sorgen.
Es ist noch gar nicht richtig hell.
Da tobt hier in der Bucht, der Schwell.
Statt morgendlich herumzudösen
heißt's: Anker rein und Leine lösen!
Georg und Gerd in dieser Not,
fahren im Dunkeln mit dem Boot –
und Georg löst mit flinker Hand,
die Leine aus der Felsenwand.
Der Crew verfolgt mit leichtem Schreck
flach atmend alles auf dem Deck,
zurück an Bord ist man fast heiter,
alles ok. – wir segeln weiter.
Und unter Motor fahren wir fort,
nach Rapita, dem nächsten Ort.

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Der Nachttörn führt, wir sind so frei –
uns in den Hafen nachts um drei.
Man spricht nur spanisch – leichter Schrecken –
jetzt erst einmal den Georg wecken.
Muy bien, sein Spanisch sei gepriesen,
wir werden zügig eingewiesen.
Wir gehen an Land und es ist heiß,
darum gibt es für alle Eis.
Nur Georg möchte anders sein,
er trinkt viel lieber ein Glas Wein.

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Die Schot läuft physikalisch rund,
mit dem korrekten Holepunkt.
Stets gut gelaunt und unbeschwert,
ist das die Leidenschaft von Gerd.
Er zupft und manövriert mit List,
bis dass er ganz zufrieden ist.
Er fiert die Großschot und ruckzuck,
lässt Krängung nach und auch der Druck.
Fockschot wird leise umgelenkt,
bevor die Winsch die Schot einklemmt.
Da ist der Gerd halt ganz genau,
er ist eben ostfriesisch – schlau.

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Wenn man Naturerlebnis sucht,
fährt man in eine schöne Bucht.
Cabrera – das war einfach toll.
Vorreserviert und gar nicht voll.
Ein Teil der Crew fängt sichtbar Feuer
und sucht das Festungsabenteuer.
Begeistert kommen sie zurück
und schwärmen von dem tollen Blick.

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Ein andrer Teil mag es doch krasser
geht tapfer in das kalte Wasser.
Georg, Christine und dem Gerd,
ist dies Erlebnis sehr viel wert.
Am Abend Wein und Kopf im Nacken,
gibt es Gemüse überbacken.
Mit Käse, Kräutern, guter Butter –
Chefköchin war hier unsre Jutta.

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Am nächsten Morgen bestes Klima
man holt noch Brot in der Cantina –
dann Überfahrt mit halbem Wind,
wir haben Zeit – nicht so geschwind.

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Der Abschied naht – Wehmutsgedanken,
noch mal im Heimathafen tanken,
die Sachen sind schon halb verstaut,
der Kühlschrank quasi abgetaut.
Das Futter ist in jedem Falle,
nicht mehr komplett - eigentlich alle.
Gerd sucht - und das ist wunderbar,
gleich ein Lokal, macht alles klar.
Bestellt den Tisch und weiß wohin,
wir folgen ihm, denn das macht Sinn.
Er macht das gern und kennt das schon,
man spart 'ne Menge Diskussion.
Zurück an Bord, die letzte Nacht,
mit Sekt wird es uns leicht gemacht.
Vercharterer ist dienstbeflissen,
liefert den Sekt mit schlecht Gewissen.

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Ein letzter Ausflug steht noch an,
nostalgisch fahr'n wir mit der Bahn,
sehen vom Land nochmal das Meer
im schönen Hafen von Sóller.
Dann – gegen Abend geht der Flieger,
jetzt sind wir alle müde Krieger.

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Wir sagen Tschüss, bis bald, ade,
dass man sich bei dem Stammtisch seh'.
Wir wollen Rasmus stets verehr’n,
und freuen uns auf den nächsten Törn.

Gerdi Stakenborg

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