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Ein Mensch erfährt nach allen Regeln,
den ersten Schnupperkurs im Segeln.
Die Crew, die kannte sich zwar schon,
doch hier in Neukonstellation:
Christine, Jutta, Gerdi, Klaus,
Gerd, Georg, Uli – volles Haus.

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Flug nach Mallorca – kein Problem,
dann Großraumtaxi ganz bequem,
zum Hafen – dort wird routiniert,
Gepäck kurzfristig deponiert,
um dann ganz freudig und besonnen,
im Land erst einmal anzukommen.
Wir schlendern hoch zur Burgterrasse,
die Sonne scheint, Aussicht ist klasse.
Mit Erdbeershake und Bier und Wein,
könnte es gar nicht besser sein.

Um 17 Uhr trifft man an Deck,
die Basis-Crew zum Abfahrtscheck.
Die Restmannschaft will sich nicht drücken,
das Schiff mit Vorrat zu bestücken.
Das Team kauft – und das ist nicht schwer –
den Supermarkt so ziemlich leer.
Das Angebot war hier recht schlicht,
doch störte das die Mannschaft nicht.
Brot, Käse, Öl und Klopapier
Bananen, Wein, Anlegerbier,
Oliven, Nudeln, Nüsse, Chips,
und Basis für diverse Dips.

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Skipper und Co haben indes,
an Deck den Übergabestress.
Im Grunde ist es fast skurril,
denn Mängel gibt’s erstaunlich viel:
Die Batterie hat's hinter sich,
das Schiff stinkt wirklich fürchterlich.
Fäkalientank: auch nicht so toll,
ist leider bis zur Grenze voll.
Dafür fehlt es dann umso krasser,
im Dieseltank und auch beim Wasser.
Beim Wassertank wurd’ voll Vertrauen,
nur so ein Holzkeil reingehauen.
Was war das nur für ein Gestalter?
Das sieht hier aus wie Mittelalter!
Dazu kommt – man kann sich nicht wehren –
Fäkalientank ist nicht zu leeren.

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Die Stimmung sinkt massiv berechtigt,
der Vorgänger wird schwer verdächtigt,
es gab auf See wohl Windattacken –
das Schiff zeigt deutlich viele Macken.
Die Crew will all das nun vergessen,
und geht ins Städtchen erst mal essen.
Und bei Paella und viel Wein,
renkt sich die Stimmung wieder ein.

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Am Sonntag wird um 11 gestartet,
man hat ja lang genug gewartet.
Nun geht es richtig auf die Planken,
ans andere Ufer, erst zum Tanken.
Hat dieses Schiff vielleicht den Fluch?
Es bleibt nur bei dem Tankversuch.
Wir legen an, doch sehr verdrossen,
finden die Säulen wir verschlossen.

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Sonntag ist zu – Wir segeln weiter,
nehmen's gelassen bis teils heiter.
Christine kommt zu uns an Bord,
in Andraitx, einem schönen Ort,
romantisch mit verträumtem Hafen,
wo wir mit Bug am Pier dort schlafen.
Die Muringleine mit Bedacht,
am Heck befestigt für die Nacht.
Der Abend wird dann noch viel schöner,
wir essen gut beim Italiener,
Pizza, Lasagne und der Fisch,
kommen hier zeitgleich auf den Tisch.

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Am nächsten Morgen wird gezielt,
der Vorrat nochmals aufgefüllt.
Zum Frühstück gibt es keine Not,
Klaus kommt stets pünktlich mit dem Brot.
Zuerst noch Tanken in St. Elm
Uli legt an grad wie ein Schelm,
der Schlauch reicht nicht, es wird rangiert,
der Tankwart ist etwas pikiert,
doch endlich klappt es mit Geschick,
der Tankwart kriegt noch einen Tip,
jetzt geht es wirklich, richtig los,
die Stimmung ist quasi grandios.
Wir wollten erst nach allen Regeln,
Mallorca einmal rund umsegeln.
Doch die Prognose für den Wind,
zeigt, wie flexibel wir doch sind:
Schon bald war unserem Skipper klar:
Wir segeln jetzt nach Ibiza.
Nachttörn steht fest und ganz nach Plan,
soll jeder mal ans Ruder ran.

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Die Dünung hoch und hart am Wind,
ist klar, dass fünf nun seekrank sind.
Die Stimmung jämmerlich bis kläglich,
Autopilot ist auch nicht möglich.
Wachplan muss her – für ein paar Stunden,
wird immer irgendwer gefunden.
Der Logbuchschreiber war der Klaus.
Doch der fiel seekranktechnisch aus.
Also nahm kurzerhand der Uli
Logbuch,Verantwortung und Kuli.
Von allem scheinbar unbeirrt,
der Gerd in die Kombüse schwirrt.
Und hungrig kocht er leck're Sauce,
mit Thunfisch aus der Vorratsdose.
Spaghetti – nur 200 Gramm
reicht dieses Mal für 7 Mann.

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Christine hat es schlimm getroffen,
nun – unter uns – wir reden offen.
Um 0 Uhr sollt Geburtstag sein,
sie spuckte heftig in ihn rein.
Ihr Ehrentag – wie sonst wohl keiner,
begann mit Ihrem Kopf im Eimer.
Derweil Ihr Mann, das ist der Gerd,
oben an Deck den Mond verehrt.
Mit Jutta schaut er in die Ferne,
und sieht am Himmel tausend Sterne.
Nichtsdestotrotz und mit Bedacht,
hielten die Beiden standhaft Wacht.
Aber auch Uli, Georg, Klaus,
hielten am Ruder tapfer aus.

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Wir ankern – und sind wirklich froh
morgens in San Antonio.
Das Frühstück klappt erstaunlich gut,
mit Appetit kommt wieder Mut,
Der Körper hat's vielleicht begriffen,
das Gleichgewicht auf Segelschiffen.
Man segelt Mittags in die Bucht,
wo jeder seinen Ausgleich sucht.
Skipper und Co bemerken streng,
„Die Bucht ist eindeutig zu eng“!
Also – und das ist das gemeine –
den Anker raus und die Heckleine!
Man fand jedoch im dem Gemenge,
kein Leinenstück in dieser Länge.

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Nun denn – man knotet wie verrückt,
Palstek an Palstek ganz geschickt,
hier wird noch alles handgemacht –
gemeinsam geht’s – wär doch gelacht.
Jetzt noch an Land – mit leisem Fluchen,
gilt es, den richtigen Halt zu suchen.
Das Team dafür sind Klaus und Gerd.
Der Job war jetzt nicht soo begehrt.
Alle schau'n zu mit langen Hälsen,
der Klaus springt kletternd durch die Felsen,
verzurrt gekonnt die lange Leine,
verletzt sich noch an einem Beine
doch wird an Bord er unumwunden,
liebevoll-fachgerecht verbunden.

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Die Seekrankheit ist bald vergessen,
im Dinghi geht’s zum Abendessen.
Auch, wenn an Land die Beine eiern,
es ist Geburtstag, wir woll'n feiern.
Christine ist ganz aufgeweckt,
bestellt erst mal ne Flasche Sekt.
Wir machen es auf unsre Weise,
jeder bestellt sich eine Speise,
alles kommt appetitlich frisch,
dann in die Mitte auf den Tisch –
gemeinsam – weil sich niemand ziert,
wird mit Genuss alles probiert.

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Zurück aufs Schiff, doch gegen Morgen,
macht Georg sich erheblich Sorgen.
Es ist noch gar nicht richtig hell.
Da tobt hier in der Bucht, der Schwell.
Statt morgendlich herumzudösen
heißt's: Anker rein und Leine lösen!
Georg und Gerd in dieser Not,
fahren im Dunkeln mit dem Boot –
und Georg löst mit flinker Hand,
die Leine aus der Felsenwand.
Der Crew verfolgt mit leichtem Schreck
flach atmend alles auf dem Deck,
zurück an Bord ist man fast heiter,
alles ok. – wir segeln weiter.
Und unter Motor fahren wir fort,
nach Rapita, dem nächsten Ort.

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Der Nachttörn führt, wir sind so frei –
uns in den Hafen nachts um drei.
Man spricht nur spanisch – leichter Schrecken –
jetzt erst einmal den Georg wecken.
Muy bien, sein Spanisch sei gepriesen,
wir werden zügig eingewiesen.
Wir gehen an Land und es ist heiß,
darum gibt es für alle Eis.
Nur Georg möchte anders sein,
er trinkt viel lieber ein Glas Wein.

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Die Schot läuft physikalisch rund,
mit dem korrekten Holepunkt.
Stets gut gelaunt und unbeschwert,
ist das die Leidenschaft von Gerd.
Er zupft und manövriert mit List,
bis dass er ganz zufrieden ist.
Er fiert die Großschot und ruckzuck,
lässt Krängung nach und auch der Druck.
Fockschot wird leise umgelenkt,
bevor die Winsch die Schot einklemmt.
Da ist der Gerd halt ganz genau,
er ist eben ostfriesisch – schlau.

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Wenn man Naturerlebnis sucht,
fährt man in eine schöne Bucht.
Cabrera – das war einfach toll.
Vorreserviert und gar nicht voll.
Ein Teil der Crew fängt sichtbar Feuer
und sucht das Festungsabenteuer.
Begeistert kommen sie zurück
und schwärmen von dem tollen Blick.

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Ein andrer Teil mag es doch krasser
geht tapfer in das kalte Wasser.
Georg, Christine und dem Gerd,
ist dies Erlebnis sehr viel wert.
Am Abend Wein und Kopf im Nacken,
gibt es Gemüse überbacken.
Mit Käse, Kräutern, guter Butter –
Chefköchin war hier unsre Jutta.

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Am nächsten Morgen bestes Klima
man holt noch Brot in der Cantina –
dann Überfahrt mit halbem Wind,
wir haben Zeit – nicht so geschwind.

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Der Abschied naht – Wehmutsgedanken,
noch mal im Heimathafen tanken,
die Sachen sind schon halb verstaut,
der Kühlschrank quasi abgetaut.
Das Futter ist in jedem Falle,
nicht mehr komplett - eigentlich alle.
Gerd sucht - und das ist wunderbar,
gleich ein Lokal, macht alles klar.
Bestellt den Tisch und weiß wohin,
wir folgen ihm, denn das macht Sinn.
Er macht das gern und kennt das schon,
man spart 'ne Menge Diskussion.
Zurück an Bord, die letzte Nacht,
mit Sekt wird es uns leicht gemacht.
Vercharterer ist dienstbeflissen,
liefert den Sekt mit schlecht Gewissen.

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Ein letzter Ausflug steht noch an,
nostalgisch fahr'n wir mit der Bahn,
sehen vom Land nochmal das Meer
im schönen Hafen von Sóller.
Dann – gegen Abend geht der Flieger,
jetzt sind wir alle müde Krieger.

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Wir sagen Tschüss, bis bald, ade,
dass man sich bei dem Stammtisch seh'.
Wir wollen Rasmus stets verehr’n,
und freuen uns auf den nächsten Törn.

Gerdi Stakenborg

Mit 3 Segelyachten und 16 Segelfreunden fand in der letzten September- und ersten Oktoberwoche unser Vereinstörn in diesem Jahr in Kroatien statt. Es ging los in Trogir, und gleich mit der Ansage einer heftigen Bora für den Montag. Also Segeln am Sonntag kein Problem, doch am Abend sollte ein sicherer Hafen erreicht sein. Zwei Boote segelten die gut 30 sm nach Sibenik, um dort am Sturmtag die Krka-Wasserfälle zu besuchen. Das Wasser fiel nicht nur an den Stromschnellen,  sondern auch  aus dicken Wolken vom Himmel. Die dritte Yacht ging nach einem Anker- und Badestopp zurück nach Trogir und erkundete am Hafentag die sehenswerte Stadt Split. Die Windböen erreichten 8-9 Bft. In den Folgetagen war entspanntes Segeln angesagt, mal in einem Hafen, mal in einer Bucht vor Anker oder an einer Boje. Ein kulinarischer Höhepunkt war das Dinner in der Konoba Ringo (Insel Hvar). Hier gibt es ausschließlich fangfrischen Fisch in hervorragender Qualität. Aber auch die Bordküchen unserer Crews konnten mit schmackhaften Snacks und Mahlzeiten punkten.

Das Wetter war deutlich kühler und windiger (stürmischer) als erwartet. Ein Hafenmeister meinte, es sähe schon sehr nach November-Wetter aus. Aber im Vergleich zu anderen Segelrevieren im Mittelmeer-Raum hatten wir wohl noch Glück mit Mittel-Dalmatien. Sowohl in der nördlichen wie in der südlichen Adria waren die Bora-Winde deutlich stärker. In Griechenland wütete ein Hurrikan und Südfrankreich und das westliche Mittelmeer litten unter anhaltend starkem Mistral.best 044

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1905 Watt1 FRYAVoller Vorfreude trafen sich Hans-Otto, Christoph und Peter, die Crew unserer Vereinsyacht FRYA für einen Törn, am Mittwoch, den 15.05.2019 in Heeg mit Crew der RUBINA, Gabi und Johannes. Ein Ausflug in die Waddenzee, gerne zur niederländischen Nordseeinsel Vlieland, das war der Plan.


Gemeinsam machte sich unsere kleine Flottille auf den Weg Richtung Makkum. Bei sehr mäßigem Wind wählten wir den Weg über Workum, wobei zwar die Windrichtung für Groß und Genua stimmte, aber nicht die Stärke. Wir mussten den Jockel zur Hilfe nehmen, um rechtzeitig vor der Kaffeepause die Schleuse zu erreichen. Mit einer "grünen Welle" fuhren wir durch die Brücken und die Schleuse von Workum. Befreit von der Enge der Kanäle segelten wir das kurze Stück auf dem Ijsselmeer bei dann ganz brauchbarem Wind nach Makkum Beim Abendspaziergang beobachteten wir einen fantastischen Sonnenuntergang.


2019 05 16 13.09.23 6070 Segeln WaddenzeeAnhaltender Wind aus dem Nordsektor, zunehmend auf 5 Bft und Böen bis 6 ließen den Kurs Richtung Texel bestimmen. Am Donnerstag mussten wir früh aufstehen, jedenfalls für Urlaubsverhältnisse, denn Hochwasser Kornwerderzand war um 08:15 Uhr, und spätestens um 9 Uhr wollten wir durchgeschleust sein. Wieder hatten wir Glück und konnten gleich in die offene Schleuse fahren. Mit ordentlichem Wind aus NE und kräftigem Schiebestrom segelten wir dann zügig durch Doove Balg und Texelstroom die 20 sm nach Oudeschild, dem Fischerei- und Jachthafen von Texel. Bereits zur Mittagszeit machten wir in der erstaunlich leeren Marina fest. Es blieb Zeit für einen Rundgang durch den Ort (für mich inklusive eines kleinen Nickerchens in der Sonne, die sich inzwischen hervor gewagt hatte). Das Abendessen verlegten wir auf den späteren Nachmittag in eine Fischbude mit Kibbeling und Lekkerbek. Den Absacker gab es dann an Bord der RUBINA.


2019 05 17 16.51.55 6099 Segeln WaddenzeeAm Freitag hatten wir besten Wind aus Nord für die Fahrt nach Den Oever. Da wir erst gegen Mittag auslaufen wollten, nutzen wir die Gelegenheit für eine gründliche Reinigung des Decks der FRYA und eine Walking-Runde entlang des Deichs. Um 13 Uhr ging es mit ablaufendem Wasser zügig voran im Texelstrom, doch dann zunächst gegen den Strom, weil wir ungeduldig etwas zu früh gestartet waren. Der Wind drehte auf Nordost bis Ost, so dass ein paar Kreuzschläge nötig wurden. Dann half uns der Flut-Strom. In einiger Entfernung sahen wir auch Seehunde, die sich auf Sandbänken sonnten. Im Waddenhaven von Den Oever übernachteten wir mit Dutzenden von Fischerbooten, die sich dort offenbar für das Wochenende eingefunden hatten. Das köstliche Abendessen genossen wir diesmal in einem Restaurant direkt am Hafen.


2019 05 18 18.57.38 3940 Segeln WaddenzeeUnsere Abfahrt am nächsten Morgen verzögerte sich, der Motor wollte nicht anspringen. Nachdem dieses Problem gelöst war, ging es durch die Schleuse Den Oever ins Ijsselmeer. Der östliche Wind flaute immer weiter ab, so dass wir die Fock durch die Genua ersetzten. Das nütze bei der folgenden Flaute auch nichts mehr. Daher mussten wir wieder den Jockel um Unterstützung bitten, bevor ein schöner Nordwind für einen Anliegerkurs nach Hindeloopen sorgte. Umschwärmt wurden wir von reichlich Ijsselmeer-Fliegen, die es sich auf Boot, Segel und Seglern bequem machten. Ähnlich den Mücken umschwärmte uns dann noch ein Regattafeld von Laser-Jollen, zwischen denen wir uns hindurchschlängeln mussten, um nicht mehr als unbedingt nötig zu stören. Das Abendessen fand diesmal im gemütlichen Dachgeschoss eines Restaurants mit Blick über den Deich statt.


Der Rückweg nach Heeg führte uns wieder durch Workum, wo uns die Schleusen- und Brückenwärter erneut gnädig waren. Dann ging es mit Wind aus Nord unter Groß und Genua durch die Kanäle und das Heeger Meer in unseren Hafen Gouden Bodem in Heeg.
Insgesamt hatten wir einen herrlichen, sehr entspannten Törn, den wir in vollen Zügen genießen und dabei wertvolle Erfahrungen für das Segeln im Watt und den Umgang mit der FRYA gewinnen konnten.

1905 Watt TX RouteRoutenplanung mit der NV-App

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Anreise: Flug Düsseldorf – München – Pisa – weiter per Mietwagen
Törnverlauf: Porto Scarlino – Porto Azzurro – Bucht Lacona – Bucht Fetovaia – Marciana Marina – Bucht Biodola – Portoferraio – Porto Scarlino
Landausflug mit Auto: San Martino – Marina di Campo – Rio Marina – Bucht von Sottobomba

Samstag, 23.9.2017

Nun ging es los. Pisa wir kommen. Um stressfrei einzuchecken, gaben wir das Gepäck wegen langer Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Düsseldorf schon am Vorabend auf. Als wir im Flieger unser Handgepäck verstaut hatten und jeder seinen Platz eingenommen hatte, wusste Marianne sofort was zu tun war: Sektbestellung beim Chef-Steward. Der charmante Chef-de-Cabine bediente uns wie First-class Passagiere. Unsere  komplette Reihe 10 bekam den Sekt aus richtigen Glasgläsern serviert. Beim Landeanflug auf Pisa wurden wir über Lautsprecher informiert, dass der Flieger der Rolling Stones unten auf dem Rollfeld steht und gut zu sehen sei. Wir waren begeistert.

Ankunft in Pisa. Wir checkten aus und übernahmen den vorgebuchten Mietwagen. Vom Flughafen in Pisa fuhren wir dann ca. eine Stunde zum Yachthafen Lungomare Garibaldi in Marina di Scarlino. Ulrich und Karl-Heinz von der anderen Crew mit der Sun Odyssey "Kandaloa" nahmen den Zug nach Follonica, trafen sich dort mit Johannes und Friedrich und waren mit dem Taxi noch vor uns am Hafen.
AmeliaCheck-in an Bord einer Elan 394 Impression (Baujahr: 2012, Länge: 11,9 m) mit dem Namen Amelia. An Bord musste eine dreiseitige Eincheckliste abgearbeitet werden. Anschließend die Kontrolle durch den Vercharterer, was wir nach einem langen Anreisetag als sehr mühsam empfanden. Vom Teller bis zum Löffel, alles musste gezählt werden. Dann großer Einkauf für zwei Crews im Supermarkt mit dem Mietauto.

Beide Crews (mit Skipper Johannes auf der Kandaloa) trafen sich abends zu einem gemeinsamen Dinner auf der Terrasse der Hafen-Pizzeria. Müde und erschöpft fielen wir nachts in unsere Kojen.

Sonntag: 24.9.2017

WetterfrontFrühmorgens wurde der Einkauf verstaut. Danach führten wir eine Sicherheits­einweisung durch und für jeden wurden die Rettungswesten angepasst. Wir verabredeten uns mit der anderen Crew, über UKW-Kanal 12 in Kontakt zu bleiben.

Endlich Auslaufen Richtung Elba ca. 19,5 sm bis Porto-Azzurro. Nach einigen Anlauf­schwierigkeiten beim Segelsetzen konnten wir bis kurz vor Porto Azzurro an einer Wetterkante entlang segeln, mit thermischem Landwind, der uns bis fast vor die Insel zog.

Dort angekommen trafen wir uns mit der Crew der Kandaloa und besichtigten den Ort. Nach unserem Rundgang verabredeten wir uns zum Abendessen beim Italiener in der schönen Altstadt.

Montag: 25.9.2007

Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege. Für unsere Amelia-Crew ging es unter Segel von Porto Azzurro in die Bucht Lacona (20 sm), wo wir dann vor Anker übernachteten. Die Kandaloa-Crew brach  auf Richtung Insel Giglio und Korsika.

In der Bucht angekommen, gab es an Bord Spaghetti mit selbstgemachten Pesto von zuhause. Im Laufe des Abends fanden sich immer mehr Yachten in dieser wunderschönen Bucht ein und blieben so wie wir auch über Nacht dort.

Ankerbucht

Ein Crewmitglied richtete ihr Nachtlager oben an Deck ein, der absenkbare Tisch machte es möglich. Am nächsten Morgen berichtete sie von einem wunderbaren Schlaf unter freiem Sternenhimmel.

Dienstag: 26.9.2017

Die erste Nacht vor Anker war doch für einige von uns sehr unruhig und ungewohnt. Das Boot drehte sich nachts und schaukelte mächtig. Aber als wir vor dem Frühstück in dieser wunderschönen Bucht schwimmen gingen, war die Schaukelei schnell vergessen. Beim Schwimmen um das Boot stellten wir 3 Kratzer fest, die nicht von uns, sondern schon vorher da gewesen sein mussten, und so protokollierten wir alles.

Unser nächstes Ziel war Marciana Marina. Beim Aufholen des Ankers sprang mehrmals die Sicherung der Ankerwinch raus. Panik machte sich breit, aber Dank des technischen Verständnisses unseres erfahrenen Skippers Günter wurde der Fehler sofort eingegrenzt und gefunden. Der Hebel der Sicherung fand sich nur mit Hilfe einer Taschenlampe, unter dem Brett einer Achterkoje und war auch nur zu ertasten.
R Elba Ju 06Unter Segel ging es zur Badebucht Fetovaia. Tolles Wetter lud zum Baden ein. Die Mittagspause verbrachten wir mit selbstgemachtem Kartoffelsalat.

Dann segelten wir weiter nach Marciana Marina (30sm) an die Muring an einem Schwimmsteg. Die wunderschöne Altstadt lud zu Rundgang und einem empfehlenswerten Abendessen auf der Piazza Lumanuele ein.

Mittwoch: 27.9.2017

Von der malerischen Dorfkulisse der Marciana Marina mit den bunten Fischerhäusern, die fast bis zum Hafen reichten, ging es mit einem kurzen Abstecher zur Badebucht Biodola, die mit einem 600m langen Strand wohl die bekannteste und eine der schönsten von Elba sein soll. Das Wetter lud zum Baden und Schnorcheln ein. Gerne wären wir auch hier etwas länger geblieben. Nach dem Badestopp ging es weiter nach Portoferraio (14 sm).

Dort angekommen, bekamen wir durch den Hafenmeister im Motorboot einen Liegeplatz direkt an der Hafenpromenade von Portoferraio zugewiesen.

R Elba Ju 08Zwei Crewmitglieder besichtigten die wunderschöne Altstadt von Portoferraio. Mit ihren vielen Treppenaufstiegen und dem schönen alten Wohnsitz von Napoleon während seiner Verbannung auf Elba glich sie einer Filmkulisse. Die Aussichten in dieser Altstadt bei abendlichem Licht, mit einem Labyrinth aus Gassen und Treppen, und immer den Blick von oben in den Hafen, beeindruckt uns so sehr, dass wir alle beschlossen, einen weiteren Tag zu bleiben und die nicht gerade preiswerte Hafengebühr dafür in Kauf zu nehmen.

Donnerstag; 28.9.2017

Am nächsten Morgen besorgten wir uns ein Mietauto und machten eine Sightseeingtour über die Insel. Die Insel Elba ist nicht sehr groß. Die Aussichtspunkte und Häfen waren auf Grund der kurzen Entfernungen sehr gut zu erreichen.

R Elba Ju 10Als erstes besichtigten wir den Sommersitz von Napoleon in San Martino hoch in den Bergen. Dort hatte er sich wohl niedergelassen, weil es ihm unten im Hafen zu laut war, sagt man. Eine wunderschöne Sommervilla, die von großen duftenden Pinienbäumen umgeben war, lag oben im Berg mit Blick auf das kristallklare schimmernde Meer.

Danach fuhren wir zum höchstgelegenen Berg der Insel Mte. Capanne (1019m), ein Aussichtspunkt auf der Insel, von dem aus man einen grandiosen Blick in die verschiedensten Buchten und Häfen hat.

Auf dem Rückweg besichtigten wir zwei Segelschulen, eine italienische und eine deutsche. Die des Hochseesport­verbandes Hansa e.V. lag an einer Steilküste, und war nicht leicht zu finden. Dort werden sogar Atlantik­überquerungen angeboten. Interessierte können sich gerne an uns wenden.

Den Besuch zuvor in Porto di Campo an der Südküste und Rio Marina im Osten der Insel sollten wir noch erwähnen wie auch den Zwischenstopp an der Bucht Sottobomba, eine der im Reiseführer angepriesenen Buchten in der Nähe von Portoferraio.

R Elba Ju 07Zurück an Bord wurde das Abendessen an der Promenade zubereitet. Der bordeigene Backofen half uns dabei, eine Dorade zuzubereiten, die besser schmeckte als die Tage zuvor im Restaurant gegessene.

Zum Nachtisch gab es das tags zuvor zubereitete Tiramisu von Susanne, die den Eischnee dazu ohne Schneebesen oder Mixer in einem kleinen Gurkenglas so lange schüttelte, bis er steif genug für das Tiramisu war. Das ganze natürlich in Teamwork. Das beste Tiramisu, welches ich je gegessen hatte. Man muss sich halt nur zu helfen wissen.

Freitag: 29.9.2017

Am nächsten Morgen, ging es unter Segel und mit mehreren Kreuzschlägen bei herrlichem Wind, Segel- und Sonnenwetter, bis zum oberen Capo Castello.

Nach dem wir es umrundet hatten, und in weiter Ferne unseren Heimathafen Porto Scarlino am Festland sichten konnten, entdeckten wir zu unserer großen Freude auch Delphine. Es war ein schöner Anblick sie schwimmen zu sehen, wenn auch nur aus weiter Ferne. Ein schöneres Abschiedsgeschenk konnte uns Elba nicht machen. Dann segelten wir noch am Regattafeld der Weltmeisterschaft der Flying Dutchman vorbei.R Elba Ju 13

Nach 27sm wieder zurück im Heimathafen angekommen, klappte das Anlegemanöver zwar nicht sofort, aber dann doch mit neu dazu gelernter Segelerfahrung dieser Segelwoche, mit Applaus. Noch am gleichen Abend wurde unter Kontrolle des Vercharterers die Bootsübergabe vorbereitet, alles wieder eingepackt, Reste gegessen und anderntags endgültig ausgescheckt.

Zusammenfassend können wir sagen, dass es viel Spaß gemacht, Elba mit einer Segelyacht zu umrunden. Die Insel hat von ihrer Wasserseite her, aber auch vom Landesinneren viel zu bieten. Gerne wären wir an der einen oder anderen Stelle länger geblieben, oder hätten auch gerne mal die Strände vom Boot aus mit dem Dingi erkundet. Leider ließ es das Zeitfenster von einer Woche nicht zu.

Jutta Fischer ( Co-Skipperin)

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